Marias Blog 25.3.20

Persönliche Erfahrungen und Einsichten
zur Zeit der Grenzschließungen wegen Corona

Anfang März konnte ich die Nachrichten um Corona nicht ganz ernst nehmen. Immer wieder kopfschüttelnd und ungläubig über das, was da geschieht. Als dann die ersten Grenzen geschlossen wurden, mehr und mehr Beschränkungen für die gesamte Bevölkerung hinzukamen, Veränderungen im Grundgesetz in Betracht gezogen wurden, war ich zunächst geschockt, „sah“ eine schwarze Wolke über unser Land ziehen. Meine beiden ersten Sorgen bezogen sich auf die weitere Aushöhlung der Demokratie, sowie auf mögliche katastrophale Folgen eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs. Und zwar für Kinder, junge Frauen und Männer, starke und gesunde Menschen und alle anderen, überall auf der Welt.

Ich teilte meine Sorgen mit einer lieben Freundin. Ganz im Vertrauen leitete ich das erste Video von Wolfgang Wodarg zu diesem Thema weiter und schrieb ihr dazu, dass seine Infos mit meinem Bauchgefühl übereinstimmen, auch wenn ich noch nicht weiß, was wirklich „wahr“ ist.  Ich bekam eine emotionale Antwort, wie ich so mit diesem gefährlichen Virus umgehen könne. Nein, mit Verschwörungstheorien wollte sie nichts zu tun haben. Und ja, alle müssten gerade Verzicht üben. Für alle sei diese Situation schwierig …. 

Hm, ich hätte mir gewünscht in meiner wirklich tiefen Sorge um unsere Freiheit, um nicht abschätzbare Folgen einer möglichen Wirtschaftskrise in der ganzen Welt wahrgenommen und gefühlt zu werden. Kein Wort zu dieser Thematik in der Antwort. Nur Gegenargumente und Emotionen. Hielt sie mich wirklich für leichtfertig in Bezug auf den Virus? Spürte sie überhaupt, was mich in diesem Kontext wirklich bewegte?

Dann kamen weitere Stimmen aus meiner Familie, dass die Maßnahmen der Regierung viel zu milde seien. Wir bräuchten einen sofortigen „Shut down“.

Diese Meinungen von außen vermischten sich mit meinen zu diesem Zeitpunkt massiven Sorgen und brachten hervor, was bis dahin nur unterschwellig in mir wogte: Empörung, Ohnmacht und eine gewaltige Wut. Mir war klar, dass es hier um mich ging. Meine Gefühle, meine Ängste, meinen Weg damit umzugehen. Die erste Welle der Emotionen reagierte ich auf dem Stepper ab. Dann habe ich mir Zeit genommen einfach alle Empfindungen durchfließen zu lassen, habe mit meinem Partner, Finn, darüber gesprochen, drüber geschlafen … 

Eine erste Entscheidung nach dieser Nacht: Weder Corona, noch die Maßnahmen der Regierungen, noch die Menschen, die sich in Restaurants treffen, werde ich bekämpfen. Ich werde mich weiter in Mitgefühl üben sowie in Respekt gegenüber den unterschiedlichsten Reaktionen in Bezug auf diese Geschehnisse. Werde mir und anderen eine eigene Meinung sowie große „Fehlertoleranz“ zubilligen. (Ich schätze Wolfgang Wodarg aufgrund seiner wichtigen Aufklärungsarbeit bei den beiden vorangegangen Epidemien der Vogel- und Schweinegrippe, glaube aber mittlerweile, dass er sich aktuell in einigen wichtigen Punkten irrt. Time will show …)

Wenn ich mich in meinen Einschätzungen täusche, werde ich mir das genauso zugestehen wie anderen. Wenn Menschen, Wissenschaftler, Politiker wirklich erkennen, dass sie völlige Fehlentscheidungen getroffen haben und daraufhin ihre Meinungen und Taten revidieren, werde ich ihnen das zugestehen …

Es geht hier um etwas deutlich Größeres. Selbst wenn sich ein „Shut down“ in Relation zu der realen Gefahr des Virus rückblickend als viel zu drastische Maßnahme erweisen sollte, kann ich jetzt nicht überblicken was aus höherer Sicht heraus für uns Menschen am besten ist! Es gibt so unendlich viele Perspektiven und Wahrheiten zu ein und der selben Sache. Also werde ich derzeit meine Energie darauf lenken, dass diese Krise langfristig gesehen zu einem positiven Wandel führt. (Ende offen …) 

In der überwiegenden Mehrheit der Menschheit sehe ich einen Goodwill. Auch wenn Goodwill nicht ausreicht, um automatisch friedvoll, repektvoll oder sogar weise zu handeln. Da gehört sehr viel mehr dazu. Aber vieles, was unheilsam erscheint, ist noch lange nicht böswillig beabsichtigt! Es ist mir ebenfalls bewusst, dass manche Menschen Macht und Kontrolle in hohem Maße innehalten möchten.

Die Infos über Corona liefen und laufen weiter: Immer dramatischere Berichte aus Italien, dann Spanien, New York. Heftigste Krankheitsverläufe, Menschen, die schlimme Symptome haben, sehr leiden und zuweilen sterben. Menschen die ihre Angehörigen verlieren ohne sich verabschieden zu kennen. Oh ja, das berührt tief. Da ist viel Schmerz!

Wenn diesen Menschen erzählt wird, dass Corona ein Virus wie alle anderen ist, mag das manch einem wie ein Schlag ins Gesicht erscheinen. Dieser Virus scheint sich definitiv anders auszubreiten und z.T. deutlich aggressivere Folgen zu haben, als andere Viren es zuvor getan haben – auch wenn klar ist, dass überwiegend ältere Menschen sterben sowie Menschen mit Vorerkrankungen. Welche Maßnahmen deshalb politisch sinnvoll sind, wird auch von Virologen sowie Ärzten bis jetzt durchaus unterschiedlich eingeschätzt. 

Homöopathie und alternative Medizin dürften für die Heilung und Beurteilung ergänzend sehr hilfreich und wegweisend sein. Wäre wunderbar, wenn da eine neue Akzeptanz aus öffentlichen Kreisen wachsen würde und dies auch politisch berücksichtigt werden würde.

„FakeNews“ und wie wir damit umgehen:

  • Wenn wir gerade emotional aufgeladen sind, uns so ans Internet setzen und quer Beet alle möglichen Nachrichten lesen, sind wir besonders „anfällig“ dafür Meinungen zu finden, die unsere Emotionen verstärken und richtig anheizen. Daran ist grundsätzlich nichts verkehrt. Es kann uns wie ein Katalysator helfen tiefer in Kontakt zu kommen mit unbewussten Gefühlen, Denkmustern, Grundhaltungen und Ängsten. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. 
  • Ich halte es gerade bei emotional aufgeladenen Themen für sehr wichtig mindestens ein bis drei Nächte darüber zu schlafen, erstmal mit guten Freunden darüber zu sprechen und Gegenargumente auch aus dem Internet anzuschauen, bevor wir diese Meinungen groß weiter verbreiten!
  • Nachrichten aus dem Internet sind immer auch ein Spiegel unseres Bewusstseins. Wenn wir wach beobachten, wie wir auf diese Nachrichten reagieren, können wir sehr viel über uns selber entdecken und lernen.
  • Was auch immer wir im Internet teilen, erfährt über die Verbreitung im Kollektiv eine Verstärkung. Dafür tragen wir die Verantwortung und die Reaktionen der Menschen fallen ein Stück weit auf uns zurück – ob wir das nun bewusst wahrnehmen oder nicht. Wenn ich hasserfüllte Aussagen teile, teile ich Hass. Wenn ich angsterfüllte Aussagen teile, teile ich Angst. Wenn ich undifferenzierte, unausgewogene Meinungen teile, teile ich eben genau das. 
  • Es wird gerade diskutiert die Verbreitung von „Fake-News“ zu verbieten und sogar zu bestrafen. Das halte ich für gefährlich. Auch wenn Fehlinformationen und Hass erfüllte Informationen dramatische Auswirkungen haben können, stimme ich definitiv nicht damit überein, dass wir deshalb unsere Meinungsfreiheit weiter einschränken dürfen!
  • Bei allem, was wir lesen sind wir dazu aufgefordert zu überprüfen, ob wir es für wahr erachten oder nicht. Wenn wir unter dieser enormen Verwirrung und den zum Teil schwierigen Folgen leiden, die durch bewusste und unbewusste Verbreitung von „Unwahrheiten“ ausgelöst wird, wäre es hilfreich uns zu bemühen immer weiter zu forschen, was wir für wahr erachten. Emotionale Gegenschläge zu Fehlinfos sind nicht hilfreich. Sachliche Gegeninformationen hingegen dienen sehr.
  • Wie oft musste ich in meinem bisherigen Leben meine Einschätzungen, Sichtweisen und Handlungen revidieren, weil mich das Leben eines besseren belehrt hat? Ich ganz persönlich kann darauf nur antworten: Schon sehr oft! Wenn ich meine Meinungen mit großer Vehemenz bei vielen Menschen verbreitet habe, ist es deutlich schwerer dies einzugestehen.  
  • Politiker müssen jobbedingt viele Meinungen öffentlich vertreten. Wenn sie einen Fehler gemacht haben, werden sie sehr schnell an den Pranger gestellt. Das trägt nicht unbedingt dazu bei, dass hier mehr Transparenz und Offenheit gelebt werden kann. Wir alle können etwas dazu beitragen diese Situation zu verändern, indem wir uns darin üben weniger zu verurteilen und immer wieder bereit sind zu verzeihen. Uns selber und unseren Mitmenschen gegenüber.
  • Wir brauchen ein neue Kultur der „Fehlertoleranz“.
  • Es ist in keiner Weise einfach zu definieren, was „Fake-News“ sind. Je nach Perspektive und Bewusstsein sind Nachrichten für den einen Fake und für den Anderen die absolute Wahrheit. Oftmals stecken Teilwahrheiten in Nachrichten, obwohl die Gesamtaussage stark verzerrend wirkt.

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